Der Skandi-Chic und seine Farben

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Die Menschen in Scandinavien haben ein besonderes Gespür für Licht

Ausgleichende und harmonisierende Farben und Formen sorgen beim Wohnen im skandinavischen Stil für ein freundliches Wohnambiente.

Er ist in den letzten Jahren zum Dauerbrenner geworden: der skandinavische Wohnstil. Er ist die Essenz von Einrichtungskonzepten wie dem dänischen Hygge und dem schwedischen Lagom. Beide sind geprägt von natürlichen Materialien, klaren Linien und einer warmen Ausstrahlung. Hygge setzt dabei ganz auf Gemütlichkeit und flauschige Materialien, während der jüngere Stil Lagom sich besonders auf die Balance der Dinge konzentriert. Nicht zu viel, nicht zu wenig - so lässt sich der Skandi-Stil treffend beschreiben. Doch eines fehlt bei diesem Einrichtungskonzept immer: grelle Farben. Stattdessen dominieren helle Töne und Holz.

Die Möbel sind häufig in Weiß gehalten. Ein Vorteil davon ist, dass der Farbton in all seinen Facetten harmonisch wirkt und wie schön er sich kombinieren lässt. Weiß kennen wir als Farbe, die alle anderen Töne in ihrer Umgebung zum Leuchten bringt und unterstreicht. Passend zur Balance von Lagom ist sie eine neutrale Farbe, die andere Farbgruppen neutralisiert und zu einem Ausgleich beiträgt. Hierin liegt auch das Geheimnis der wärmenden Wirkung des skandinavischen Stils. Denn Holz ist eines der Materialien, die im Skandi-Stil eine besonders große Bedeutung haben, und dessen gemütliche Ausstrahlung wird durch das Weiß noch betont.

So funktioniert der Skandi-Chic

Im Norden Europas ist der Winter unvorstellbar lang. Es ist bis zu 17 Stunden am Tag dunkel, und in den nördlichsten Regionen dauert der Sommer nur wenige Wochen, um dann wieder vom Winter abgelöst zu werden. Viele Deutsche werden spontan sagen, es sei unvorstellbar, eine so lange Periode der Kälte und Dunkelheit auszuhalten. Doch die Menschen im Norden wissen, wie man das beste aus der Lage macht. Sie lieben ihren Winter voller Aktivitäten im Schnee, die langen Sonnenaufgänge und -untergänge mit den warmen Farben am Himmel und die Geselligkeit, die diese Zeit mit sich bringt. Das mindset macht den entscheidenden Unterschied, und es spiegelt sich auch in der Einrichtung: Zeitlose Formen, eine starke Präsenz der Natur, Textilien und Keramik.

Die Farben im skandinavischen Einrichtungsstil

Wie oben bereits erwähnt, spielt Weiß eine große Rolle im skandinavischen Einrichtungsstil, doch es handelt sich nicht nur um das reine, kühle Weiß von Schnee. Alle Schattierungen dieser Nicht-Farbe, von Offwhite bis hin zu Creme, sind zu finden. Auch Grautöne können wichtig sein, ebenso wie Lindgrün, Braun und Gelb. Ein zartes Hellblau kann eingesetzt werden, um eine frische Wirkung zu erzielen. Was auffällt: Es sind alles Töne, die in der Natur zu finden sind. Dieser Philosophie bleiben die Skandi-Liebhaber auch bei den Mustern treu: Es finden sich Bäume und florale Muster, Tiere und Märchenwesen auf den Stoffen und Accessoires.

Die verwendeten Hölzer sind hell: es kommen zumeist Birke, Kiefer und Esche zum Einsatz. Eine wichtige Rolle spielt Design. Handgemachte Dekostücke und Klassiker der Einrichtungskunst wie von Arne Jacobsen, Alvar Aalto oder Tapio Wirkkala unterstreichen die schlichte Ausstrahlung der harmonisch geformten Möbelstücke.

Im Zusammenspiel mit vielen, indirekten Lichtquellen ergibt sich ein Ambiente, das für Personen am besten geeignet ist, die ein aufgeräumt wirkendes und dennoch warmes Zuhause bevorzugen. Keine der Farben, keines der Möbelstücke oder Dekorationen sticht dabei hervor oder drängt sich in den Vordergrund. Alle Elemente wirken zusammen und erschaffen ein Ambiente voll luftiger Weite und Klarheit.

Wie wirkt der Skandi-Chic auf den Bewohner?

Schafzimanderes bild
Gemütliches Plätzchen im Skandi Chic
Schon Aristoteles plädierte für den gesunden Mittelweg, welcher der Garant für ein unaufgeregtes und dadurch gelingendes Leben sein sollte. Der skandinavische Wohnstil hätte dem großen Philosophen sicherlich gefallen. Er bedeutet den Abschied von der Ansammlung dekorativer, aber nutzloser Teile und feiert die Funktionalität als Stilmittel. Die Qualität von Einrichtungsgegenständen und Dekoration schlägt dabei die Quantität um Längen. Die schlichten Linien und harmonischen Farben beruhigen das Gemüt. So kreiert man ein Heim, das einen nach einem langen Arbeitstag mit offenen Armen empfängt.

Wie lässt sich dieser Stil einfach umsetzen?

Am besten beginnt man einem Raum, um etwas nordisches Ambiente in die Wohnung zu bringen. Es bietet sich an, im Wohnzimmer oder Schlafzimmer zu starten. So ist ein neues, weißes Schlafzimmer zum Beispiel eine tolle Basis für einen modernen Wohnstil, der mit ganz vielen unterschiedlichen Elementen kombiniert werden kann(Quelle: https://www.betten.de/schlafzimmer-in-weiss.html). Ganz im Sinne des aktuellen Minimalismus-Trends kann man beim Skandi-Stil außerdem damit beginnen, unnötige Dinge zu verschenken oder zu verkaufen. Ein Wochenende auf dem Flohmarkt bringt Luft in die Räume und spült etwas Geld in die Haushaltskasse.

Welche Farben sollen im Vordergrund stehen? Ein sanftes Rauchblau und ein zartes Creme, oder lieber ein warmes Kiefer mit Weiß und einem zarten Grün? Anhand dieser Entscheidung wählt man die passenden Möbelstücke und wenige, stimmige Accessoires. Dabei hält man sich an den Gundsatz: "Keep it simple". Zarte Möbel sind wuchtigen Exemplaren vorzuziehen. Bevor allerlei Dinge herumstehen, werden sie lieber hinter geschlossenen Schranktüren oder in praktischen Schubladen verstaut. Mit Weiß als Grundfarbe kann man nichts falsch machen, denn wenn in einiger Zeit dann doch die Lust auf den knallbunten Boho-Stil erwacht, lässt sich dieser mit dem Einsatz neuer Accessoires und Wohntextilien ganz leicht umsetzen.

Was ebenfalls im Skandinavischen Stil nicht fehlen darf, sind Zimmerpflanzen. Sie betonen die natürliche Ausstrahlung und haben als lebendige "Mitbewohner" eine harmonisierende Wirkung.


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